Hamburger Schulmuseum - Eine kleine Erzählung

 

Die offizielle Eröffnung des Hamburger Schulmuseums in einem Nebentrakt der damaligen Rudolf-Roß-Schule durch die Schulsenatorin Rosemarie Raab und den Präsidenten der Universität Hamburg datiert auf den 21.Oktober 1991.

Die Vorgeschichte des Museums begann allerdings bereits fast drei Jahre zuvor mit der Übernahme von Räumlichkeiten und dem Sammeln von etwa 10.000 Exponaten aus den Beständen der Hamburger Schulen.

Initiator des Projekts war Reiner Lehberger, Leiter der Arbeitsstelle für Hamburger Schulgeschichte am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Bei einem Forschungsprojekt zum Thema „Hamburg in der NS-Zeit“ war deutlich geworden, dass immer mehr historische Exponate von den Hamburger Schulen ausgesondert und zum Teil sogar vernichtet wurden. Es wurde erforderlich, in einem Museum Objekte und Dokumente aus Vergangenheit des Hamburger Schulwesens zu sichern. Mit dem damaligen Landesschulrat Wolfgang Neckel und dem Vorsitzenden der GEW Hans-Peter de Lorent gab es interessierte und engagierte Kooperationspartner für das Projekt. Mit Hilfe dieser Partner wurde die Rudolf-Roß-Schule in der Hamburger Neustadt als Museumsstandort gefunden und ein Förderverein gegründet.

 

Idee und Konzept

Das Hamburger Schulmuseum will historischer wie demokratiepädagogischer Ort sein, in welchem 'Vergangenheit' durch handlungsaktive Aneignung zu 'Geschichte' transformiert wird. Es versteht sich als außerschulischer Lernort wie als Museum und darüber hinaus mit seinen Archivalien und Bibliotheksbeständen als Hamburgs einschlägiger Ort der Schulgeschichtsforschung.

Das Schulmuseum ist stark nachgefragter Besuchs- und Lernort für (nicht nur) Hamburger Schulklassen. Es ist außerdem gut ausgestatteter Ort für Seminare, Tagungen und Konferenzen und verantwortet eine stattliche Anzahl von Publikationen und Ausstellungen.


Standort St. Pauli

Im Jahr 2000 musste das Schulmuseum seinen Standort in der Neustadt aufgeben, da dort aus der Rudolf-Roß-Schule eine Gesamtschule, die heutige Stadtteilschule Am Hafen, entwickelt wurde. Seitdem hat das Hamburger Schulmuseum seinen Standort im Gebäude der ehemaligen Realschule St. Pauli (gegenüber der ehemaligen Volksschule) in der Seilerstr. 42, parallel zur Reeperbahn.

 

Trägerschaft und Engagement

Das Hamburger Schulmuseum ist eine Einrichtung der Hamburger Behörde für Schule und Bildung (BSB). Innerhalb dieser ist es als Außenstelle Bestandteil des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), dort zugehörig zur Abteilung Fortbildung, innerhalb dieser angesiedelt am Referat Gesellschaft.

Leiter des Museums ist der Historiker Marco Kühnert.

Da das Hamburger Schulmuseum von Beginn an stets einen begrenzten finanziellen und personellen Spielraum hatte, wäre seine bisherige erfolgreiche Arbeit ohne die Unterstützung vieler Interessierter, etwa des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, der Bauabteilung der Schulbehörde, mehrerer ABM-Projekte und vor allem zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen nicht möglich gewesen. Ihnen allen sei auch deshalb an dieser Stelle aufs Herzlichste gedankt!

 

 

li logo header